Funktion Luftwand Tracergas
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Tracergas-Gutachten: Trennwirkung einer Luftwand messen

Luftwände sollen Luftbereiche voneinander trennen, ohne eine Tür oder ein Tor physisch zu. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein Luftstrahl sichtbar oder spürbar ist. Entscheidend ist, wie viel Luft tatsächlich von einem Bereich in den anderen gelangt.Genau diese Frage wurde in einem Gutachten mit Tracergas untersucht. Ziel war es, zu prüfen, wie stark eine vertikal blasende Airwall Grande die Emission von Raumluft durch eine offene Toröffnung reduzieren kann.

Das Ergebnis: Die Wirksamkeit der Torwandanlage wurde nachgewiesen.

Wie wurde der Test durchgeführt?

Was wurde im Gutachten untersucht?

Im Gutachten des RWTÜV wurde geprüft, wie wirksam eine Luftwand den Luftaustausch durch eine offene Öffnung reduziert. Geprüft wurde eine oben nach unten blasende Luftwand mit einer 3,0 m langen Schlitzauslassdüse, die in 2,62 m Höhe über dem Fußboden montiert war. Dabei wurde die Luft mit Tracergas markiert und an verschiedenen Messpunkten untersucht.

Tracergas misst nicht den Luftstrahl selbst, sondern die Ausbreitung der mit dem Gas markierten Luft. Dadurch kann bewertet werden, wie viel Luft trotz Luftbarriere von einem Bereich in den anderen gelangt.

Entscheidend war nicht nur die Ausblasgeschwindigkeit der Luftwand. Entscheidend war, welcher Anteil der markierten Luft trotz Luftwand nach außen oder in den benachbarten Bereich gelangt. Damit wurde die tatsächliche Trennwirkung bewertet.

Was ist Tracergas?

Tracergas ist ein Prüfgas, das in geringer Konzentration eingesetzt und messtechnisch gut nachgewiesen werden kann. Es dient als Marker für Luftbewegungen. Es wird in einen Luftstrom oder Raum eingebracht. Anschließend wird gemessen, wo und in welcher Konzentration dieses Gas wieder auftritt. So lässt sich nachvollziehen, wie stark Luft von einem Bereich in einen anderen gelangt.

Welches Tracergas wurde verwendet?

Im Gutachten wurde Schwefelhexafluorid (SF₆) als Tracergas eingesetzt. Die Konzentration wurde mit einem SF₆-Tracergasanalysator gemessen. Zusätzlich wurden die Luftgeschwindigkeiten im Freistrahl und in den nach innen und außen abströmenden Luftströmen mit einem Hitzdrahtanemometer erfasst.

SF₆ eignet sich grundsätzlich als Tracergas, weil es in sehr geringen Konzentrationen zuverlässig messbar ist. Es ist farb- und geruchlos, chemisch stabil und reagiert unter normalen Bedingungen kaum mit der Umgebung. Damit kann es als Marker verwendet werden, um Luftbewegungen und Mischluftanteile messtechnisch zu verfolgen.

Für die Bewertung der Luftwand wurde das Gas in die Primärluft eingebracht. Anschließend wurde gemessen, in welcher Konzentration das Tracergas nach dem Ventilator der Luftwand und an verschiedenen Messpunkten in unterschiedlichen Höhen wieder auftrat. Aus diesen Konzentrationen ließ sich ableiten, welche Anteile von Primärluft, Sekundärluft und Mischluft an den jeweiligen Stellen vorhanden waren.

Was zeigt das Ergebnis?

Das TÜV-Gutachten zeigt, dass die Luftwand im untersuchten Aufbau wirksam funktioniert. Mit Hilfe von SF₆-Indikatorgas wurden Primärluft, induzierte Sekundärluft und Mischluftanteile messtechnisch erfasst. Daraus wurde berechnet, welcher Luftanteil die Luftwand durchdringt und im realen Einsatzfall als mögliche Schadstoffemission nach außen gelangt.

Je nach Einstellung reduzierte die Torwandanlage die Schadstoffemission auf wenige Prozent der Emission eines ungeschützten Tores. Bei einer Düsenschlitzbreite von 10 mm und einer Ausblasgeschwindigkeit von 14,63 m/s lag die verbleibende Emission nur noch bei 1,2 bis 2,4 Prozent. Bei 20 mm Düsenschlitzbreite und 11,20 m/s Ausblasgeschwindigkeit wurden 2,0 bis 4,0 Prozent ermittelt.

Das Gutachten zeigt zugleich, dass mehr Ausblasgeschwindigkeit nicht automatisch besser ist. Bei gleicher Düsenschlitzbreite von 10 mm, aber höherer Ausblasgeschwindigkeit von 20,14 m/s, stieg die rechnerische Schadstoffemission auf 2,6 bis 5,1 Prozent. Entscheidend ist daher die passende Auslegung der Luftwand, nicht ein maximaler Luftstrom.

Fazit

Das TÜV-Gutachten zeigt: Eine Luftwand kann im untersuchten Aufbau die Emission belasteter Raumluft durch eine offene Toröffnung auf wenige Prozent der Emission eines ungeschützten Tores reduzieren. Ihre Wirksamkeit wurde damit nicht nur subjektiv beschrieben, sondern mit SF₆-Tracergas messtechnisch nachgewiesen.

Für die Praxis ist vor allem ein Punkt wichtig: Entscheidend ist nicht die höchste Ausblasgeschwindigkeit, sondern die richtige Abstimmung von Düsenspalt, Volumenstrom, Ausblasrichtung, Öffnung und vorhandenen Luftbewegungen.

Das Gutachten zeigt, dass die Luftwand im untersuchten Aufbau wirksam funktionierte. Die Emission belasteter Raumluft durch die offene Toröffnung wurde nicht nur reduziert, sondern auf einen sehr kleinen Restanteil begrenzt.

Damit wurde die Wirksamkeit der Luftwand messtechnisch nachgewiesen.

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