Türluftschleier im Gutachten: Luftwand und Luftschleier im Praxistest
Ein Gutachten zur Rathaus Galerie Essen zeigt, wie unterschiedlich Türluftschleier und Luftwände unter realen Bedingungen wirken können. Im geprüften Fall erreichten die Türluftschleier die erforderliche Abschirmung gegen Kaltluft nicht ausreichend. Die Luftwände waren grundsätzlich funktionstüchtig, jedoch in der konkreten Einbausituation zu weit von den Türöffnungen entfernt montiert.
Der zentrale Punkt: Für die Wirkung zählt nicht der Katalogwert, sondern die Strömungswirkung an der Öffnung.Ausgangssituation in der Rathaus Galerie Essen
Türluftschleier werden häufig eingesetzt, um Eingangsbereiche angenehmer zu temperieren und den Luftaustausch zwischen innen und außen zu reduzieren. In der Praxis hängt ihre Wirkung jedoch stark von der konkreten Einbausituation ab: Öffnungshöhe, Wind, Temperaturunterschiede, Position der Anlage und tatsächliche Luftleistung entscheiden darüber, ob an der kritischen Stelle der Öffnung noch genügend Wirkung ankommt.
Die Betreiber der Rathaus Galerie Essen waren mit der Wirkung der Anlagen nicht zufrieden. Deshalb wurde ein Gutachten beauftragt, um die Funktion, Dimensionierung und Eignung der Anlagen zu bewerten.
Geprüft wurden dort installierte Türluftschleier und Luftwände unter realen Bedingungen. Ziel war nicht ein abstrakter Laborvergleich, sondern die Bewertung, ob die vorhandenen Anlagen geeignet waren, den Eintritt kalter Außenluft wirksam zu reduzieren.
Was wurde geprüft?
Geprüft wurden die installierten Anlagen in der konkreten Gebäudesituation. Dazu gehörten unter anderem:
- die Funktion der Anlagen,
- die erreichte Luftleistung,
- die Ausblasgeschwindigkeit,
- die Ausblastemperatur,
- die Einbausituation,
sowie die Frage, ob die Anlagen unter den vorhandenen Wind- und Temperaturbedingungen ausreichend dimensioniert waren.
Entscheidend war nicht allein, ob Luft aus der Anlage austrat. Entscheidend war, ob die Strömung an der relevanten Stelle der Öffnung noch genügend Wirkung hatte, um kalte Außenluft abzuschirmen.
Ergebnis des Gutachtens
Das Gutachten kam zu einem differenzierten Ergebnis.
Die geprüften Luftwände waren grundsätzlich funktionstüchtig und prinzipiell geeignet, den Eintritt kalter Luft zu reduzieren. Im konkreten Einbau waren sie jedoch zu weit von den Türöffnungen entfernt montiert. Das zeigt: Auch eine Luftwand muss korrekt positioniert und auf die Öffnung abgestimmt werden.
Bei den geprüften Türluftschleiern wurde festgestellt, dass sie die angegebene Nennluftmenge nicht erreichten. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen aus Kälte und Wind waren sie nicht ausreichend dimensioniert. Ein sicherer Nachweis, dass sie kalte Außenluft wirksam abhalten konnten, wurde in dieser Situation nicht erbracht.
Das Ergebnis zeigt: Die Wirkung eines Luftschleiers darf nicht nur anhand von Katalogdaten bewertet werden. Entscheidend ist die reale Strömungswirkung in der Öffnung.
Was bedeutet das für die Auswahl eines Türluftschleiers?
Ein Türluftschleier kann bei einfachen Eingängen, geschützten Öffnungen und geringen Störeinflüssen ausreichen. Kritisch wird es, wenn Wind, Kälte, Druckunterschiede oder ungünstige Einbausituationen hinzukommen.
Dann zählt nicht nur die Luftmenge direkt an der Anlage. Entscheidend ist, wie viel nutzbare Strömungsenergie an der kritischen Stelle der Öffnung noch vorhanden ist. Wenn der Luftstrom vorher abgelenkt, verwirbelt oder zu stark abgebremst wird, bleibt trotz laufender Anlage Kaltlufteintritt möglich.
Genau hier unterscheidet sich die Luftwand vom klassischen Türluftschleier. Die Luftwand ist stärker auf eine gezielte Trennung von Luftbereichen ausgelegt. Druckraum, Düsengeometrie und Ausblasrichtung sollen einen stabilen Luftstrahl erzeugen, der an der relevanten Stelle der Öffnung noch genügend Wirkung besitzt.
Mehr zum technischen Unterschied erklären wir im Beitrag: Luftschleier oder Luftwand: Was ist der Unterschied?
Luftwand als Alternative zum Türluftschleier
Eine Luftwand ist nicht automatisch in jeder Situation die bessere Lösung. Sie ersetzt keine geschlossene Tür und keinen baulichen Abschluss. Sie muss ebenfalls richtig ausgelegt und eingebaut werden.
Sie kann aber dort Vorteile bieten, wo ein klassischer Türluftschleier an Grenzen stößt: bei stärkerem Kaltlufteinfall, Wind, größeren Temperaturunterschieden oder höheren Anforderungen an die Trennung von Luftbereichen.
Für die Bewertung sollte deshalb nicht nur gefragt werden, welche Anlage mehr Luft bewegt. Die bessere Frage lautet: Welche Lösung trennt die Luftbereiche an dieser konkreten Öffnung wirksamer?
Messtechnischer Nachweis der Trennwirkung
Neben dem Gutachten zu Türluftschleiern und Luftwänden liegen auch Tracergas-Untersuchungen zur Trennwirkung von Luftwänden vor. Solche Messungen zeigen, dass Luftbarrieren nicht nur subjektiv bewertet werden müssen. Ihre Wirkung kann messtechnisch untersucht werden.
Das ist wichtig, weil Lufttrennung oft schwer sichtbar ist. Zugluft, Kaltlufteinfall oder Geruchsausbreitung werden zwar wahrgenommen, die tatsächliche Abschirmung sollte aber möglichst objektiv bewertet werden.
In einem Tracergas-Gutachten wurde untersucht, wie wirksam eine Luftwand den Luftaustausch zwischen zwei Bereichen reduziert. Mehr dazu: Tracergas-Gutachten zur Trennwirkung von Luftwänden.
Fazit
Das Gutachten zeigt: Die Wirkung eines Türluftschleiers hängt stark von der realen Einbausituation ab. Katalogwerte allein reichen nicht aus, wenn Wind, Kälte oder ungünstige Positionierung die Strömung beeinflussen.
Luftwände können eine technische Alternative sein, wenn eine stabilere und gezieltere Trennung von Luftbereichen erforderlich ist. Entscheidend bleibt aber immer die konkrete Auslegung: Öffnung, Einbauposition, Temperaturunterschiede, Wind und gewünschte Abschirmung müssen zusammen betrachtet werden.
Weiterführende Informationen
- Kaufberatung für Türluftschleier mit der Alternative Airwall Compact
- Kaufberatung für Torluftschleier mit der Alternative Airwall Grand
Sie prüfen eine Luftschleier oder eine Luftwand für einen Eingang?
FAQs
Geprüft wurden Funktion, Dimensionierung und Eignung der installierten Anlagen. Entscheidend war, ob die Anlagen unter realen Bedingungen geeignet waren, den Eintritt kalter Außenluft zu reduzieren.
Ein Türluftschleier kann an Grenzen stoßen, wenn Wind, Kälte, Druckunterschiede oder eine ungünstige Einbausituation die Luftströmung beeinflussen. Dann kommt an der kritischen Stelle der Öffnung möglicherweise zu wenig Strömungswirkung an.
Eine Luftwand kann eine technische Alternative zum klassischen Türluftschleier sein, wenn der Luftaustausch an einer Öffnung zuverlässiger reduziert werden soll. Entscheidend ist die Wirkung an der kritischen Stelle der Öffnung: Dort muss der Luftstrahl noch genügend Strömungsenergie besitzen, um Kaltluft, Zugluft oder andere Luftbewegungen abzuschirmen.
Ein Türluftschleier bewegt meist einen Luftstrom im Eingangsbereich. Eine Luftwand ist stärker darauf ausgelegt, mit einem gerichteten Luftstrahl zwei Luftbereiche voneinander zu trennen. Entscheidend ist die Wirkung an der kritischen Stelle der Öffnung.
Ja. Neben Strömungsmessungen können auch Tracergas-Untersuchungen eingesetzt werden, um die Trennwirkung einer Luftbarriere messtechnisch zu bewerten.
