An einer LKW-Rampe entstehen bei geöffneten Toren häufig starke Luftbewegungen. Kaltluft dringt ein, warme oder gekühlte Hallenluft entweicht, Mitarbeitende stehen im Zug und temperaturempfindliche Waren können belastet werden. Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Tore nebeneinander liegen und nicht jedes Tor dauerhaft geschlossen bleibt. Hier beschreiben wir eine Lösung des Problems.
Eine LKW-Rampe ist kein normales Hallentor. Dort treffen Tor, Rampe, LKW, Staplerverkehr und Temperaturunterschiede auf engem Raum zusammen. Deshalb reicht es nicht, einfach einen Torluftschleier über die Öffnung zu hängen. Entscheidend ist, wo der Luftstrahl die Öffnung tatsächlich erreicht – auch dann, wenn die Rampe hoch- oder runterfährt, der LKW federt oder ein Stapler im Torbereich rangiert.
Bei mehreren Rampen ist eine Mehrtoranlage sinnvoll sein: Ein zentrales Aggregat versorgt mehrere Luftwände und stellt nur so viel Luftleistung bereit, wie für die gleichzeitig geöffneten Tore benötigt wird.
Eine LKW-Rampe ist kein einfacher Halleneingang. In der Praxis kommen mehrere Faktoren zusammen: große Öffnungen, Staplerverkehr, wechselnde LKW-Positionen, höhenverstellbare Rampen, enge Platzverhältnisse und unterschiedliche Torkonstruktionen.
Seitlich stehende Düsen sind an Rampen besonders gefährdet, wenn Stapler nah am Tor fahren oder im Torbereich rangieren müssen. Kritisch wird es, wenn der Stapler um die Kurve fährt. Je nach Fahrzeug und Last können auch höher montierte Bauteile gefährdet sein.
Auch die Rampe selbst beeinflusst die Auslegung. Viele LKW-Rampen sind höhenverstellbar. Die Plattform ist innen befestigt und passt sich der Höhe des LKW an. Dadurch fährt der Stapler je nach Situation nach oben oder unten. Wenn die Luftwand seitlich ausbläst, kann unter oder neben der Rampe ein Leck entstehen.
Deshalb muss die Luftwand entweder sehr nah an der Toröffnung positioniert werden oder von oben nach unten arbeiten. Entscheidend ist, dass der Luftstrahl die kritischen Bereiche der Öffnung tatsächlich erreicht – auch dann, wenn die Rampe oben oder unten steht.
Viele LKW-Rampen arbeiten mit mechanischen Torabdichtungen. Dazu gehören feste oder aufblasbare Abdichtungen, die sich seitlich und oben an den LKW anlegen. Diese Systeme können sinnvoll sein, wenn der LKW sauber andockt und die Öffnung mechanisch gut geschlossen wird.
In der Praxis entstehen trotzdem häufig Leckagen. Fahrzeuge stehen nicht immer exakt gleich, Abdichtungen verschleißen oder werden beschädigt, und durch Federwege des LKW entstehen Bewegungen zwischen Fahrzeug und Rampe. Selbst aufblasbare Abdichtungen können diese Bewegungen nicht immer vollständig ausgleichen.
Besonders kritisch ist der untere Bereich. Durch Rampenmechanik, Spalten, Höhenversatz oder Bewegungen des Fahrzeugs bleiben Öffnungen bestehen. Diese Öffnungen müssen nicht groß sein, um relevant zu werden. Wenn Druckunterschiede durch Wind oder Temperatur entstehen, kann die Luft durch kleine Spalten mit hoher Geschwindigkeit strömen.
Ein klassischer Torluftschleier erzeugt einen Luftstrom an der Öffnung. Ob dieser Luftstrom die gewünschte Wirkung erreicht, hängt stark davon ab, ob an der kritischen Stelle der Öffnung noch ausreichend Strömungsenergie ankommt.
Mehr zum technischen Unterschied zwischen Luftschleier und Luftwand erklären wir im Beitrag: Luftschleier oder Luftwand: Was ist der Unterschied?
Die Airwall Grand wurde für größere Öffnungen, Hallentore und Logistiktore entwickelt. Sie kann an einzelnen LKW-Rampen eingesetzt werden, eignet sich aber besonders für Anwendungen mit mehreren nebeneinanderliegenden Toren.
Das System besteht aus drei funktionalen Bereichen: Source, Air Transport und Air Outlet. Die Source erzeugt und konditioniert die benötigte Luft. Über den Air Transport wird die Luft zu den jeweiligen Auslässen geführt. Die Air Outlets erzeugen an den Toren den eigentlichen Luftstrahl.
Am Beispiel Crown Gabelstapler sind Source, Transport und Outlet schön zu erkennen
Diese Systematik ist bei LKW-Rampen wichtig, weil die Platzverhältnisse direkt am Tor oft eng sind. Filter, Heizregister, Schalldämpfer oder Kühlregister benötigen Raum. In einer kompakten Einzelanlage kann das schwierig werden. Bei einer zentralen Source lässt sich diese Technik oft besser unterbringen, weil das Aggregat neben oder oberhalb der Torgruppe platziert werden kann.
Je nach Anwendung kann die Luft erwärmt, gefiltert, gedämpft oder auch gekühlt werden. Dadurch ist die Airwall Grand nicht nur eine Luftbarriere, sondern ein anpassbares System für anspruchsvolle Rampensituationen.
Bei LKW-Rampen hängt die beste Lösung stark von der Torkonstruktion ab.
Wenn Tore entlang der Wand nach oben öffnen, sind seitlich stehende Outlets leichter realisierbar. Dann muss man Platz für die Source suchen.
Wenn Tore in den Raum hinein öffnen, ist oberhalb der Öffnung oft mehr Platz vorhanden. Das kann die Montage der Airwall Source erleichtern. Bei seitlich stehenden Luftwänden ist häufig eine seitliche Einströmung erforderlich, also eine 90-Grad-Einströmung in den Auslass.
Zusätzliche Einbauten wie Kranbahnen, Stahlträger, Rohrleitungen oder vorhandene Tortechnik können die Planung weiter beeinflussen. Eine Luftwand muss zur Geometrie der Rampe, zur Torkonstruktion und zum Betriebsablauf passen.
Bei mehreren nebeneinanderliegenden LKW-Rampen muss nicht jedes Tor ein vollständig eigenes System erhalten. Eine Mehrtoranlage kann mehrere Air Outlets über eine zentrale Source versorgen.
Die Anlage wird so ausgelegt, dass sie die Luftmenge für eine definierte Anzahl gleichzeitig geöffneter Tore bereitstellt. Wenn beispielsweise acht Tore vorhanden sind, aber maximal vier Tore gleichzeitig geöffnet werden, muss die Source nicht für acht gleichzeitig aktive Luftwände dimensioniert werden. Die Luft wird dann über Luftleitungen und Klappen zu den geöffneten oder aktiven Toren geführt.
Das reduziert den technischen Aufwand gegenüber acht vollständigen Einzelanlagen.
Für Betreiber kann das drei Vorteile haben: weniger zentrale Aggregate, weniger Wartungspunkte und mehr technische Möglichkeiten bei Luftaufbereitung, Schalldämmung und Steuerung.
Eine Mehrtoranlage ist besonders interessant, wenn mehrere LKW-Rampen nah nebeneinanderliegen und nicht alle Tore gleichzeitig genutzt werden. Je enger die Tore beieinanderstehen, desto einfacher lässt sich eine gemeinsame Luftversorgung planen.
Sinnvoll ist eine Mehrtoranlage vor allem bei Logistikzentren, Kühlhäusern, Lebensmittelverteilzentren, Produktionsbetrieben und Umschlaghallen mit mehreren Rampen. Dort entstehen häufig wiederkehrende Toröffnungen, aber nicht jedes Tor ist permanent aktiv.
Bei einem einzelnen kritischen Tor kann eine einzelne Airwall Grand ausreichen. Bei vielen Toren mit begrenzter gleichzeitiger Nutzung kann dagegen eine zentrale Anlage wirtschaftlicher und technisch sauberer sein.
Für die Planung einer Luftwand an der LKW Rampe sind vor allem folgende Daten wichtig: Torbreite, Torhöhe, Anzahl der Rampen, Abstand zwischen den Toren, Torkonstruktion, Rampentyp, Staplerverkehr, mögliche Einbauräume, vorhandene Kranbahnen oder Stahlkonstruktionen und die Anzahl gleichzeitig geöffneter Tore.
Ebenso wichtig sind Temperaturunterschiede und Druckverhältnisse. Bei normalen Hallen können bereits Wind und Temperaturdifferenzen deutliche Luftbewegungen erzeugen. Bei Kühlhäusern oder Tiefkühllägern wird die Auslegung anspruchsvoller. Temperaturunterschiede von 30, 40 oder sogar 50 Grad können zu sehr starken Luftströmungen führen, sobald ein Tor geöffnet wird.
Beispiel Wehner: Von Kühlraum nach außen mit großen Temperaturunterschieden
Auch die Betriebsweise ist entscheidend: Wie oft docken LKW an? Wie lange bleiben Tore geöffnet? Fahren Stapler gerade durch oder müssen sie im Torbereich rangieren? Bleibt der LKW während der Verladung dicht angedockt oder entstehen Spalten durch Bewegung und Federweg?
Erst aus diesen Angaben lässt sich sinnvoll entscheiden, ob seitliche Düsen, eine oben ausblasende Luftwand, eine Einzelanlage oder eine Mehrtoranlage die bessere Lösung ist.
Eine LKW Rampe ist strömungstechnisch und konstruktiv anspruchsvoll. Staplerverkehr, höhenverstellbare Rampen, Torkonstruktion, kleine Leckagen, Wind und Temperaturunterschiede beeinflussen, wie stark Luft durch die Öffnung strömt.
Eine Luftwand kann den Luftaustausch an der Rampe reduzieren, ohne den Warenfluss zu behindern. Besonders bei mehreren nebeneinanderliegenden Toren kann eine Mehrtoranlage sinnvoll sein: Eine zentrale Source versorgt mehrere Air Outlets und wird nur für die Anzahl der gleichzeitig geöffneten Tore ausgelegt.
Damit ist die Airwall Grand eine technische Lösung für einzelne LKW-Rampen, Logistiktore und Mehrtoranlagen. Entscheidend ist die fachgerechte Auslegung für Tor, Rampe, Nutzung und vorhandene Einbausituation.
Mehr zum technischen Unterschied zwischen Luftschleier und Luftwand lesen Sie im Beitrag: Luftschleier oder Luftwand: Was ist der Unterschied?
Für große Hallentore, Logistiktore und LKW-Rampen ist die Airwall Grand die passende Lösung.
Für kleinere Eingänge, Türen und kompaktere Öffnungen ist die Airwall Compact relevant.